Baubetrieb und Bauwirtschaft

BISENBERGER Tobias

Telematik bei Baumaschinen

Abstract
Das Feld der Telematik und die damit einhergehenden positiven Auswirkungen auf den Baumaschinenprozess sind ein Betätigungsfeld im Bauwesen, welches noch in den Anfängen steckt. Der Weg soll schlussendlich zu einer vernetzten Baustelle führen, wobei alltägliche Arbeitsprozesse dabei optimiert werden sollen. Die Möglichkeiten dieser Technologie sind weit gefächert von der effizienten Verwaltung, der verbesserten Wettbewerbsfähigkeit bis hin zu einer höheren Planungssicherheit, bei gleichzeitiger bestmöglicher Nutzung der Ressourcen. Dabei darf allerdings der richtige und sorgfältige Umgang mit Daten nicht vernachlässigt werden, damit die Telematik nicht zum Konzern internen Spielball der Zuständigkeiten wird.

Die Telematikdaten können der Schlüssel zum Erfolg sein, damit Bauprojekte Zeit effizienter und kostengünstiger abgewickelt werden. Denn sie liefern neben der gemachten menschlichen Baustellenerfahrung, Zahlen, Daten und Fakten. Hier ist die momentane Ausgangssituation zu berücksichtigen, die Möglichkeiten, welche ein Flottenmanagementsystem haben kann, aber auch die Vorbehalte, die gegen die Anwendung von Telematik auftreten, zu beachten. Außerdem sind die langfristigen Potentiale und Visionen näher zu beleuchten, wo der Weg hinführen könnte.

Die Telematikportale stellen für jeden User den Zugang zu den aufgezeichneten Daten dar und haben daher einen wesentlich Einfluss auf die Anwendbarkeit dieser Technologie. Drei Portale von unterschiedlichen Baumaschinenherstellern sind auf Herz und Nieren geprüft worden. Es werden Kriterien definiert, um eine möglichst objektive Bewertung zu gewährleisten. Die Anwendung erfolgt im täglichen Baubetrieb und wird durch realisierte Untersuchungen unterstützt. Das Kooperationsprojekt für diese Untersuchungen ist der Ausbau der Nordautobahn A5 zwischen Schrick und Poysbrunn. Drei verschiedene Maschinentypen, jeweils ein Muldenfahrzeug, ein Hydraulikraupenbagger und eine Planierraupe werden zur Untersuchung herangezogen. Die jeweiligen Maschinisten sind mit vorgefertigten Checklisten ausgestattet worden, damit die Aufzeichnungen standardisiert erfolgen. Das Ziel ist Vergleiche zwischen Tätigkeiten, Untergrundverhältnissen und sonstigen Parametern und dem daraus resultierenden Kraftsto.verbrauch unter Last bzw. im Leerlauf zu ziehen. Die gewonnen Erfahrungen aus dem Baustellenalltag geben einen Eindruck, wie der Umgang mit Telematik momentan auf dieser Baustelle gehandhabt wird.

Der Inhalt dieser Projektarbeit beinhaltet folgende Themenschwerpunkte: Um einen klaren Überblick über die wichtigsten verwendeten Begri.e zu bekommen, werden zu Beginn die Terimini von Telematik, Flottenmanagement-Systeme und Geo-Fencing definiert. Im nächsten Kapitel ist der Weg zur vernetzten Baustelle beschrieben, wie alltägliche Arbeitsprozesse optimiert werden können, welche Möglichkeiten die Technologie der Telematik hat. Außerdem wird auf den richtigen Umgang mit den Daten eingangen und der Begri. GNSS näher beleuchtet. In Kapitel 4 finden sich die momentane Ausgangssituation von Telematikanwendungen, die generelle Funktionsweise der Datenübertragung von Baumaschine zu Betreiber, die Möglichkeiten durch Einsatz von Telematik und Flottenmanagementsystemen sowie die funktionsorientierte Gruppierung von Maschinendaten. Wichtige Punkte dieses Kapitels sind die derzeitigen Vorbehalte gegen Telematik, sowie die Visionen und langfristigen Potentiale, wo die Reise durch Flottenmanagement hinführen kann. Das Flottenmanagement in der Praxis ist Thema des Kapitels 5. Es wird auf der einen Seite das herstellerabhängige Flottenmanagement (FMS) und auf der anderen Seite das herstellerunabhängige FMS beschrieben. Drei Telematikportale (VisionLink, CareTrack, Komtrax) werden im sechsten Kapitel verglichen. Dabei werden jeweils die Startoberflächen und die abrufbaren Telematikdaten analysiert und in der abschließenden Zusammenfassung durch definierte Kriterien einer Bewertung unterzogen. In Kapitel 7 wird das Kooperationsprojekt Ausbau der A5 zwischen Schrick und Poysbrunn und die Erfahrungen aus der digitalen Baustellenabwicklung beschrieben. Außerdem werden die durchgeführten Untersuchungen und die Auswertung zu diesen im Kapitel behandelt. Abschließend folgt eine Zusammenfassung und ein Ausblick, wo noch einmal auf die wichtigsten Punkte der Projektarbeit kurz eingegangen wird.