Baubetrieb und Bauwirtschaft

Forum BIM Pilotprojekt ÖBB Bahnhof Lavanttal (2017)

Rückblick vom 23.02.2017 im TUtheSKY

Logo ÖBB Infra - TU Wien - Plattform 4.0

Mehr als 80 Personen haben teilgenommen und intensiv diskutiert.
Professor Goger hat die Veranstaltung eröffnet und das Motto der Plattform
„Wissenschaft und Praxis“ betont.

Die Auftraggeberin ÖBB – Reinhold Hödl und Gerald Zwittnig – sowie Architekt Christoph Zechner haben das Projekt vorgestellt. Das Projektteam hat die praktischen Erfahrungen zu den Themen an den vier Tischen eingebracht. Es war ja das Ziel der Veranstaltung, sehr konkret und wenn möglich bis in die Tiefe ausgewählte Fragestellungen zur Digitalisierung von Planen, Bauen und Betreiben zu besprechen.

Thema 1: 

BIM und Planung, Technik und IT Schnittstellen Dimensionen, Merkmalserver
Welche Voraussetzungen benötigen wir für eine funktionierende, gewerkeübergreifende Planung?

Thema 2: 

IT, Software und Hardware für BIM und Planung
Wie können funktionierende IT-Anwendungen (zB. für Kosten- und Terminplanung, Planprüfung, Anlagendokumentation) mit BIM optimal verknüpft werden?

Thema 3: 

Beteiligte und Rollenbilder, Leistungen und Verantwortung
BIM-Koordinator, BIM-Manager, Planer: Wie werden die Verantwortlichkeiten und Schnittstellen optimal festgelegt?

Thema 4: 

Ausschreibung, Vergabe, Vertrag, Abrechnung
Wie ist Diskriminierungsfreiheit bei Ausschreibung mittels BIM sichergestellt?

Visualisierung

Aus dem Handout
Projekt und Themenstellung

Bei ausgewählten Projekten der ÖBB-Infrastruktur AG sollen erste Erfahrungen bei der Implementierung von BIM im Planungs- und Anlagenbereitstellungsprozess gesammelt werden. Der Fokus liegt auf der Festlegung der Rollenbilder, der Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten, der intensiven Einbindung der späteren Erhalter (technisch-wirtschaftliche Anlagenverantwortliche) und der Umsetzung jener BIM-Ebenen (Niveaus), die aufgrund des jeweiligen Projektfortschritts sinnvoll einsetzbar sind.

Eines dieser „Pilotprojekte“ ist der neue Bf. Lavanttal an der Koralmbahn. Mit der Koralmbahn entsteht auf rund 130 Kilometern eine zweigleisige, elektrifizierte Neubaustrecke, die die Städte Graz und Klagenfurt künftig direkt miteinander verbindet. Als neuer, hochrangiger Haltepunkt ist die Verkehrsstation „Bf. Lavanttal“ vorgesehen.

  • Der Bereich des Bahnhof Lavanttal schließt unmittelbar an das Westportal des Koralmtunnels an. Der Bahnhof ist 8-gleisig ausgebaut und verfügt über zwei Inselbahnsteige, die eine Verknüpfung der Koralmbahn mit der Lavanttalbahn ermöglichen.
  • Für die Erhaltungsmaßnahmen an der neuen HL-Strecke und insbesondere an den beiden Tunnelsystemen Koralmtunnel und Tunnelkette Granitztal ist im Bf. Lavanttal ein Instandhaltungsstützpunkt mit Gleisanlagen, Abstellhallen und Bürogebäude vorgesehen. Außerdem wird hier ein Rettungszug stationiert sein.


Projektstatus und BIM-Ziele
Derzeit Einreichplanung; Zielsetzung auf weitreichendere Implementierung von BIM (dh. zusätzlich zu 3D-BIM auch partiell integrierte Kosten- und Terminplanung, Mehrwert für Abrechnung und Qualitätskontrolle etc.). Daher: 3D- und partiell bis 6D-BIM.

  • Einbettung des BIM-Pilotprojektes in eine noch zu konkretisierende BIMImplementierungsstrategie innerhalb der ÖBB-Infrastruktur AG („roadmap ÖBB-Infra-BIM“)
  • Gegenseitige Befruchtung gesamthafte ÖBB-Infra-BIM Strategie ↔ Pilotprojekt(e).
  • Weg zum „BIG OPEN BIM“, dh. disziplinübergreifender, um Schnittstellen bereinigter BIMAnlagenbereitstellungsprozess (Planen-Bauen-Betreiben)
Schnitt
Halle
Areal

Die Menschen machen den Erfolg
das gilt für Projekte, für die Digitalisierung,
für Planen, Bauen und Betreiben, und Veranstaltungen

So konnte man den Erfolg der Diskussionen und des Erfahrungsaustausches an der Stimmung bei der Zusammenfassung der Ergebnisse an den vier Tischen und bei Bier, Brot und Wein im Nachklang messen. Die Ergebnisse der vier Tische wurden vorgestellt von

  • Martina Huemann für Tisch 3
  • Herwig Schwarz für Tisch 4
  • Alexander Wersonig für Tisch 2
  • Gerald Zwittnig für Tisch 1


Nun wird daraus eine Schrift der Plattform 4.0 entstehen, die wiederum, wie alle Schriften Teil einer Roadmap zur Digitalisierung in Österreich und einer Richtlinie zu BIM in der Praxis werden soll.

Für all das bedankt sich Wilhelm Reismann am Ende des offiziellen Teils der Veranstaltung bei allen.